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Mit Hustensaft gegen Parkinson

Ambroxol soll Zellen schützen

Will man neue Medikamente auf den Markt bringen, gilt es in klinischen Studien Wirksamkeit und Verträglichkeit nachzuweisen. Das kann sich gerade bei neurodegenerativen Krankheiten wie Parkinson mit einem z.T. sehr langsamen Verlauf über viele Jahre hinziehen.

Ein probates Mittel diesen mühsamen Weg abzukürzen, besteht darin, bereits zugelassene Medikamente auf noch unbekannte Wirkungsmechanismen hin zu überprüfen.

Wie es scheint, hat man einen solchen neuen Wirkmechanismus in einem gewöhnlichen Hustensaft-Medikament gefunden.

Ambroxol, vor über 50 Jahren entdeckt und als Arzneimittel gegen Husten und Atemwegserkrankungen eingesetzt, scheint laut einer neuesten klinischen Studie bei der Behandlung von Parkinson Wirkung zu zeigen.

Im Januar 2020 berichtete ein Forscherteam unter der Leitung des University College London (UCL) über eine kleine klinische Phase-II-Studie, in der darauf hingewiesen wurde, dass Ambroxol bei Patienten mit Parkinson sicher und gut verträglich und eine sogenannte neuroprotektive Wirkung zu erwarten ist.

Frühere Experimente mit menschlichen Zellen und Tiermodellen legen nämlich nahe, dass Ambroxol dazu beitragen kann, zellschützende GCase-Proteine ​​zu erhöhen und gleichzeitig den schädlichen Alpha-Synuclein-Spiegel zu senken.

„Durch die Erhöhung der GCase-Spiegel ermöglicht Ambroxol den Zellen, Abfall zu entfernen, wodurch die Zellen idealerweise länger gesund bleiben und das Fortschreiten von Parkinson verlangsamt werden könnte“, sagt der leitende Forscher und Neurologe Tony Schapira von der UCL.

Und sein Kollege Stott fügt hinzu: „Wenn weitere Studien zeigen, dass Ambroxol die Gesundheit und Funktion von Zellen verbessern kann, kann es bei Parkinson-Patienten zu einem langsameren Fortschreiten der Krankheit führen.“

Wir sind noch nicht am Ziel und die Ergebnisse dieser Studie müssen in viel größeren Tests wiederholt werden, aber die bisherigen Anzeichen sind laut den Forschern sehr  vielversprechend.

Der nächste Schritt, der von Schapira geleitet wird, besteht darin, die optimale Dosis des Arzneimittels zu bestimmen.

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