Parkinson, Weihnachten

und die Einsamkeit

PARKINSonLINE organisiert Weihnachts-Chat

Ein Beitrag von Jürgen Zender

   

Parkinson, Weihnachten und die Einsamkeit 

Bald ist es wieder soweit, die Kinder können es kaum erwarten bis das Christkind kommt, die Eltern sind noch mit  dem Verteilen der Geschenke unter dem Christbaum beschäftigt,  die Großeltern sitzen im Wohnzimmer, schon voller Vorfreude auf das Funkeln in den Augen der Kinder.   Es riecht nach Zimtplätzchen, im Hintergrund läuft leise Weihnachtsmusik. Und wie on Zauberhand legt sich ganz langsam eine feierliche Stimmung  über die Stadt.

Szenenwechsel:

Es ist kalt in der kleinen Wohnung,  deine Rente reicht kaum aus um über den Monat zu kommen  und so lässt du auch an diesem Weihnachtsabend die Heizung aus.  Einen Tannenbaum stellst du schon lange nicht mehr auf, warum auch.  Du hast keine Kinder, keine Enkel die dich zum Weihnachtsfest besuchen,  die Handvoll Zimtsterne die du vor dich auf den Wohnzimmertisch gestellt hast, stammen von der Discount Bäckerei um die Ecke,  der Fernseher läuft und irgendeine wohlmeinende Moderatorin  versucht wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung in dein Heim zu zaubern.  Aber es will ihr nicht gelingen.  Wie auch, sie weiß nichts von deinem Parkinson, deinen Einschränkungen,  Schmerzen,  Deiner Einsamkeit und von deiner Traurigkeit. Eine tiefe Traurigkeit, die Besitz von dir ergreift, wenn du aus dem Fenster schaust und dir das Lachen der Kinder aus dem  Haus gegenüber die Bilder in Erinnerung ruft, als du noch gesund warst. 

So oder so ähnlich,  wird es vielen unserer Leidensgenossen an Heiligabend gehen.

PARKINSonLINE e.V., eine der wenigen fast ausschließlich im  Internet agierenden Selbsthilfegruppen,  hat dazu eine wunderbare  Idee entwickelt,  um Wärme, Nähe und Verbundenheit  in das kleine, kalte Zimmer zu zaubern.

Sie haben im Forum Ihrer Website einen Zoom-Chat eingerichtet, der  an Heiligabend von 14 bis 24 Uhr geöffnet ist  und der an die Stelle  von Kälte und Einsamkeit, ein Gefühl von Verbundenheit, Verständnis und Mitgefühl setzen soll.  Ein Gefühl, dass uns „Parkis“ schon immer eigen war und ausgezeichnet hat.

Was können wir, die wir uns im Kreise unserer Lieben glücklich schätzen dürfen, dazu beitragen? Nehmt euch ein wenig Zeit und schaut im Chat vorbei, sendet Eure Weihnachtsgrüße, singt vielleicht mit der ganzen Familie ein Lied für die Einsamen zu Hause und zeigt, dass es Menschen gibt, die an sie denken.

Sicherlich kennt ihr den ein oder anderen aus eurem Bekanntenkreis oder eurer Selbsthilfegruppe, dem ihr damit ein Freude machen könnt. Nicht wenige würden bestimmt gerne am Chat Teil haben, aber es fehlt an Technik und KnowHow. Wenn ihr so jemanden kennt, dann seid so nett und bietet eure Hilfe an, verleiht euer Notebook, erklärt Zoom – was auch immer – aber nutzt die Tatsache, dass der allgegenwärtige Parkinson, euch noch genügend Kraft läßt, denjenigen, die es bereits schwerer haben, beizustehen.

Alle Informationen zu dem Weihnachts-Chat von PARKINSonLINE findet ihr in unserem Eventkalender.

In diesem Sinne wünschen wir Euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein erfülltes Jahr 2023.

Euer Team vom Parkinson Journal.

 

 

Bleib auf dem Laufenden.


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