Mobil bleiben

   

Warum es mir ohne Bewegung schlechter ginge und wie ich mich mobil und beweglich halte.

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin weder eine Sportskanone noch treibe ich gerne Sport. Ich verbringe den Tag lieber sitzend im Café oder vor meinem Rechner oder an einem meiner Musikinstrumente, als dass ich meine Knochen verbiege oder mit schmerzverzerrtem Gesicht keuchend und schwitzend meinen Morgen joggend im Park verbringe.

Aber ich habe in den letzten Jahren gelernt, das mein Parkinson sich durch ausreichend Bewegung in die Schranken verweisen lässt. Nun ist es leider nicht so, dass dies als Motivation ausreichen würde, denn es gibt ja noch die Option eine halbe L Dopa mehr oder wenn es hart kommt eine LT einzunehmen.

Anfänglich habe ich es mit zweimaliger Physiotherapie pro Woche probiert. Höflich formuliert waren das jedes Mal nette 30 Minuten, die aber mit dem was mein Körper gebraucht hätte,  um den Parkinson in seine Schranken zu verweisen, nichts oder nur wenig zu tun hatten.

Glücklicherweise hab ich dann Tischtennis entdeckt, worüber ich hier bereits ausführlich berichtet habe. Ich spiele dreimal die Woche Tischtennis und was soll ich sagen, es tut mir unendlich gut. Aber es reicht nicht.

Meine Fitnessuhr, die genau weiß, wie lange ich am Schreibtisch sitze, fordert mich alle 60 Minuten auf, mich zu bewegen. Das ist von meiner Smartwatch sicherlich gut gemeint, ich weiß auch dass sie Recht hat, aber wie soll ich mich bewegen, womit, wohin? Eine Lösung musste her.

Als erstes habe ich mir die Videos vorgenommen, die wir im Rahmen unserer Aktivzeit Challenge den Teilnehmern vorgeschlagen hatten. Es war naheliegend dies auch im Selbstversuch auszuprobieren. ich konnte mir bis zu meiner ersten Video-Session nicht vorstellen, vor meinem Fernsehgerät gymnastische Übungen zu machen, die mir jemand per Video vormacht.

Aber da habe ich mich ein bisschen in mir selbst getäuscht. Mittlerweile habe ich mir eine kleine Mediathek zusammengestellt, aus der ich mir je nach Uhrzeit und Wohl- beziehungsweise Missbefinden bis zu 3 Workouts pro Tag herauspicke. Die Workouts dauern immer um die 20 Minuten und ich hab zu jedem Problem, das mich gerade quält, eine kleine Auswahl an Videos zusammengestellt, es soll ja nicht langweilig werden.
Auch wenn es unterschiedliche Übungen sind, so sind es doch (fast) immer die gleichen Videotrainer:innen. Es mag absurd klingen, aber ich freue mich jeden Morgen über das immer gleiche „Hallo, ich bin´s Eure Gabi Fastner“.

Warum gerade Gabi Fastner, mögt ihr euch fragen. Der Entscheidung ging keine groß angelegte Analyse voraus, lediglich die Empfehlung einer guten Freundin brachte mich zu Gabi Fastner und ich bin einfach hängengeblieben.

Diese kleine Mediathek möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten und vielleicht ist der eine oder andere von euch in der gleichen Situation und kann aus meinen Vorschlägen etwas für sich mitnehmen. 

„Klingt gut, aber gibt es auch Nachteile?“ 

Ja, die gibt es.

Zum Einen fehlt zumindest mir ein straffer Trainingsplan, die Ausreden, gerade jetzt mal mit einer Übung zu pausieren, sind ein ständiger Motivationsgegner.
Aber das wichtigste Defizit ist, dass die Zusammenstellung laienhaft von mir selbst stammt und nicht unbedingt professionellen Ansprüchen gerecht wird. Dazu fehlt der exakte Bezug zu meinen ganz persönlichen Beeinträchtigungen. Und zu guter Letzt – es fehlt die Kontrolle, ob ich alles richtig mache und es fehlt die Messung, ob der Aufwand einen signifikanten Nutzen hinterlässt. 

Um herauszufinden, was für mich der bessere Weg ist – mein selbst zusammengestelltes Trainingsprogramm oder ein unter professioneller Leitung mit genau auf mich zugeschnittenem und überwachtem, aber dafür kostenpflichtigen,  Übungsplan – habe ich für 4 Wochen ein Trainingsprogramm in der Neurowerkstatt von Dr, Mareike Schwed gebucht, über dessen Verlauf ich (fast) täglich in einem eigenen Beitrag berichten werde. Der Link dazu folgt in Kürze

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