Meine tiefe Hirnstimulation
Teil 2: Die Operation

Ein Beitrag von Jürgen Zender

   

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Es ist gerade mal 3 Wochen her, dass ich mich einer Tiefen Hirnstimulation unterzog. Als ich mich im Herbst 2023 für dieses komplexe, aber etablierte Verfahren am Klinikum Rechts der Isar entschied, hatte ich zwar eine genaue Vorstellung, was in meinem Kopf passieren wird, aber ob es wirkt, da war die Hoffnung Vater des Gedankens.

In den letzten Jahren hat sich die THS-Technologie weiterentwickelt. Moderne Verfahren nutzen nun fortschrittlichere bildgebende Verfahren und detailliertere Hirnkarten, um die Elektrodenplatzierung präziser und sicherer zu machen. Auch die Elektroden selbst haben sich weiterentwickelt. Die neuesten Modelle ermöglichen eine noch genauere Steuerung der elektrischen Impulse, was die Wirksamkeit der Behandlung verbessert und Nebenwirkungen reduziert.

Die Operation selbst verlief reibungslos.  Ich hatte sie mir schlimmer vorgestellt, vor allem die Wachphasen, in denen ich auf die Elektrodenausrichtung reagieren musste, erlebte ich wie aus der Ferne. Einzig das Bohrgeräusch, als der Bohrer sich seinen kurzen Weg durch die Schädeldecke fräste, bleibt mir nachhaltig in Erinnerung. Die fast 9 Stunden im OP habe ich gar nicht als so lange wahrgenommen. Während dieser Zeit arbeiteten sich die Neurochirurgen, unterstützt durch modernste Technologie, präzise durch mein Gehirn, um die Elektroden an den richtigen Stellen zu platzieren. Diese Elektroden würden später regelmäßige Stromimpulse aussenden, um die Symptome meiner Parkinson-Krankheit zu lindern.

Doch zuerst ein kleiner Schock. Der behandelnde Neurologe Professor Haslinger, eröffnete mir am Tag nach der OP,  dass eine der Elektroden nicht optimal platziert wäre, sondern ca. 2-3 mm zu tief sitzen würde.

Er riet mir zu einem erneuten Eingriff, der sich als völlig harmlos herausstellte. Die beiden Elektroden sitzen nun optimal und ich bin froh und erleichtert, dass ich keine faulen Kompromisse eingegangen bin.

Ich war überrascht, wie stark sich meine Symptome verbesserten, ohne dass das Gerät überhaupt eingeschaltet war. Dieser sogenannte Setzeffekt hält etwa 3 Wochen an. Die postoperative Anpassung wird jedoch ein längerer Prozess sein, bei dem die Einstellungen des Stimulators feinjustiert und meine Medikamente entsprechend angepasst werden.

Ich habe mich gegen eine ReHa entschieden und werde stattdessen die Einstellungen ambulant vornehmen lassen. Im Frühjahr werde ich dann zu einer Komplextherapie nach Bad Gögging gehen, das schien mir der sinnvollere Weg zu sein.

Für die Zukunft erwarte ich eine signifikante Verbesserung meiner Symptome und meiner Lebensqualität. Obwohl die Parkinson-Krankheit weiterhin ein Teil meines Lebens sein wird, erhoffe ich mir ein Stück meines alten Lebens zurück.

Ob diese Erwartung in Erfüllung gehen wird, darüber werde ich in einem halben Jahr berichten.

Jürgen Zender, München im Dezember 2023

 

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