Hannover 2026: Die größte Parkinson-Tischtennis-WM aller Zeiten – und der Preis des Wachstums

Rund 800 Aktive, 90 Tische, drei Hallen und 15 neue Weltmeistertitel: Die 7. PingPongParkinson-Weltmeisterschaft in Hannover hat alle Rekorde gebrochen. Was bleibt von diesen fünf Tagen – und warum sagen nicht wenige Teilnehmende, dass etwas Wertvolles auf der Strecke geblieben ist?

Als am Mittwochnachmittag, dem 30. September, die letzten Endspiele zu Ende gingen, passierte in der Swiss Life Hall, was die Veranstalter später als Markenzeichen dieser Weltmeisterschaft beschrieben: Die Finalistinnen und Finalisten fielen sich in die Arme. Gewinner und Verlierer, in jedem einzelnen Endspiel.

Fünf Tage lang, vom 26. bis 30. September 2026, war der Sportpark Hannover am Maschsee das Zentrum der weltweiten Parkinson-Tischtennis-Bewegung. Es war die zweite PingPongParkinson-Weltmeisterschaft in Deutschland und mit Abstand die größte, die es je gab. Dieser Rückblick fasst zusammen, was geschehen ist, erzählt einige der Geschichten hinter den Zahlen – und spricht offen an, was von nicht wenigen Beteiligten als Nachteil empfunden wurde: Aus dem familiären Treffen ist eine professionell gemanagte Großveranstaltung geworden.

Rückblick auf die WM 2026 – die Seite zum Nachschauen

Alles zur Weltmeisterschaft in Hannover finden Sie gebündelt auf der Seite Rückblick auf die WM 2026 (presse.blues-park.de/journal.html). Dahinter steckt das frühere Presseportal von PingPongParkinson Deutschland e. V. – jetzt als Rückblick für alle, die dabei waren, und für alle, die gern dabei gewesen wären.

Das finden Sie dort:

  • alle Pressemitteilungen zur WM als PDF – von der Ankündigung bis zum Abschlussbericht
  • die Infomappe von PingPongParkinson Deutschland e. V. (Profil, Zahlen, Geschichte, Ansprechpartner)
  • Spielerporträts, je eines pro Bundesland
  • Fotos und Videos der WM 2026 in Hannover sowie Bilder und Filme früherer Turniere
  • die offiziellen Logos der WM 2026
  • das Medienecho: Presse-, Online-, TV- und Radiobeiträge über PingPongParkinson

Wer hat noch Bilder und Videos? Wenn Sie in Hannover fotografiert oder gefilmt haben und Ihr Material auf der Rückblick-Seite veröffentlicht sehen möchten, schicken Sie es bitte an ju************@***il.com. Bitte nur Aufnahmen, auf denen Sie selbst die Rechte haben und auf denen erkennbare Personen mit der Veröffentlichung einverstanden sind.

Rund 800 Aktive: Die Zahlen im Überblick

Die Dimension wird erst im Vergleich greifbar. Bei der ersten PingPongParkinson-Weltmeisterschaft 2019 gingen 61 Aktive an den Start. Bei der sechsten Auflage 2025 in Italien waren es mit 324 so viele wie nie zuvor. In Hannover wurde dieser Rekord mehr als verdoppelt.

Weltmeisterschaft Aktive Einordnung
1. WM, 2019 61 Der Anfang der Weltmeisterschaften
6. WM, 2025 (Italien) 324 bis dahin Rekord
7. WM, 2026 (Hannover) rund 800 Rekord mehr als verdoppelt

Die wichtigsten Eckdaten der Hannoveraner Weltmeisterschaft auf einen Blick:

Merkmal WM 2026 in Hannover
Zeitraum Samstag, 26., bis Mittwoch, 30. September 2026
Ort Sportpark Hannover am Maschsee: Swiss Life Hall, Sporthalle des Landessportbunds Niedersachsen (Akademie des Sports), Hockeyhalle von Hannover 78
Teilnehmende rund 800 Aktive aus über 30 Nationen, alle Kontinente außer Afrika; etwa zwei Drittel aus Deutschland, etwa drei Viertel Herren und ein Viertel Damen
Erstteilnehmende mehr als die Hälfte war zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei
Tische 90, davon 40 in der Swiss Life Hall, wo ab Montagnachmittag alle Haupt- und Trostrunden stattfanden
Spiele rund 4.000 Matches in Einzel, Doppel und Mixed
Spielklassen drei Einschränkungsklassen nach Spielstärke: 14 Prozent in Klasse 1, 34 Prozent in Klasse 2, 52 Prozent in Klasse 3
Titel 15 Weltmeistertitel, zehn davon mit deutscher Beteiligung
Helferinnen und Helfer mehr als 200 Volunteers

Ursprünglich war sogar eine vierte Halle mit 22 zusätzlichen Tischen geplant. Weil die Sanierung dieser Halle nicht rechtzeitig fertig wurde, blieb es bei drei Hallen. Auch der Andrang überraschte die Organisation: Die ursprünglich geplante Obergrenze von 600 Teilnehmenden war nach dem Start der Online-Registrierung schnell erreicht, am Ende kamen fast 800 zusammen.

Eröffnung mit großer Bühne

Am Freitagabend, 25. September, eröffnete eine Feier in der Swiss Life Hall die Weltmeisterschaft. Rund 1.000 Gäste erlebten Reden, Musik, Tanz und den Einmarsch der Nationen. Auf der Bühne sprachen Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi, Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay und Reinhard Rawe, Vorstandsvorsitzender des Landessportbunds Niedersachsen. Durch den Abend führte der ZDF-Journalist Norbert König.

Das letzte Wort hatte Thorsten Boomhuis, Gründer und Vorsitzender von PingPongParkinson Deutschland e. V. Er sprach von der größten Tischtennis-Veranstaltung in Niedersachsen seit 30 Jahren und dem größten Parkinson-Event aller Zeiten. Den symbolischen ersten Aufschlag übernahmen Boomhuis und Nenad Bach, der Initiator der weltweiten PingPongParkinson-Bewegung. Wer nicht in Hannover sein konnte, verfolgte die Spiele per Livestream: Sportdeutschland.tv übertrug mit drei Kameras aus der Swiss Life Hall.

Die Geschichten hinter den Zahlen

Chile: Zehntausend Euro und vierzehn Stunden Busfahrt

Oscar Alejandro Rodriguez Manriquez ist der erste Spieler aus Chile, der an einer PingPongParkinson-Weltmeisterschaft teilnimmt. Bei früheren Auflagen hatte er mitspielen wollen, doch die Reise war zu teuer. 2021 wurde bei ihm Parkinson festgestellt. Diesmal ging es: In seiner Heimat kamen rund 10.000 Euro an Unterstützung zusammen. Er reiste allein – von Santiago per Flugzeug nach Paris und von dort rund 14 Stunden mit dem Bus nach Hannover. Seine ersten beiden Spiele gewann er. Zwischen den Partien beugte er sich über ein Mobiltelefon an der Bande: Er übertrug seine Matches live nach Chile, an alle, die ihm die Reise ermöglicht hatten.

China: Ein Titel von 2023 und seine Wirkung

Liu Shengping, 65, ist einer von vier Aktiven aus China. Schon 2023 gewann er bei einer PingPongParkinson-Weltmeisterschaft einen Titel. Seitdem, berichtet er, werde Tischtennis in Verbindung mit Parkinson in seiner Heimat stärker wahrgenommen. Bei ihm wurde die Krankheit vor rund zehn Jahren festgestellt. Durch das Tischtennis sei es besser geworden, sagt er, und das entlaste auch seine Familie.

Die Volunteers: Brötchen, Edding und ein vergessenes Medikament

Mehr als 200 Helferinnen und Helfer hielten die Veranstaltung am Laufen. Eine von ihnen ist Ulrike Lang, die als Springerin überall einspringt, wo Hilfe gebraucht wird – vom Brötchenschmieren in der Kantine bis zum Aufbau der 90 Tische. Seit März beschäftigte sie sich vor allem mit der Akkreditierung: Tausende E-Mails schrieb sie aus dem Homeoffice. Am Empfang liegen Sicherheitsnadeln bereit. Als eine Teilnehmerin ihre Startnummer verlegte, schrieb Ulrike Lang kurzerhand mit einem Edding eine neue und befestigte sie am Rücken der Spielerin. Und als ein Teilnehmer sein L-Dopa im Hotel vergessen hatte, fragte sie herum – und fand einen anderen Teilnehmer, der aushalf.

Praxistipp

Wer mit Parkinson verreist, packt Medikamente samt Einnahmeplan ins Handgepäck und nimmt eine kleine Reserve mit. So bleibt ein vergessener Koffer oder eine Verspätung ein Ärgernis und wird nicht zum Problem für die Einnahmezeiten. Das gilt nicht nur für Weltmeisterschaften.

Kunst trifft Tischtennis

Im Rahmenprogramm in der Akademie des Sports gab es Fortbildungen, Workshops, Vorträge und Ausstellungen. Besonders in Erinnerung bleibt die Kunstausstellung: Nach einer Ausschreibung gingen rund 70 Einsendungen ein, eine Jury wählte 30 Werke von Menschen mit Parkinson-Diagnose aus. Drei Viertel der Ausstellenden zeigten ihre Arbeiten zum ersten Mal öffentlich. Initiiert hat die Ausstellung das Trio Alexine Good, Marcus Heithecker und Almut Knebel, alle drei selbst aktive PPP-Sportler. Einer der Maler, der ehemalige Pfarrer Tönnies Meyerhoff-Rösener, malt seit seinem neunten Lebensjahr. Er berichtet, die künstlerische Tätigkeit könne Beschwerden lindern, wenn Beweglichkeit und Geist beim Freezing zeitweise einfrieren.

Thorsten Boomhuis: Von rechts auf links

Auch der Vorsitzende spielte mit. In der Einschränkungsklasse 1 unterlag Thorsten Boomhuis am ersten Spieltag in seinem dritten Match des Tages dem Italiener Francesco Pulvirenti in drei Sätzen. Bemerkenswert ist seine Geschichte: Ursprünglich Rechtshänder, hat er wegen der Parkinson-Krankheit auf links umgestellt und spielt inzwischen sogar beidhändig. „Man lernt, sich immer wieder neu einzustellen“, sagte er nach dem Spiel. Ein Satz, der für viele Menschen mit Parkinson weit über den Tischtennistisch hinaus gilt.

Der Finaltag und die neuen Weltmeisterinnen und Weltmeister

Am Finaltag fielen die letzten Entscheidungen: In drei Einschränkungsklassen und fünf Konkurrenzen wurden 15 Titel vergeben. Besonders erfolgreich war Petra Heidemann, die in Klasse 3 den Einzeltitel gewann, im Doppel mit Judith Kleinebenne und im Mixed mit Andre Riedel.

Konkurrenz Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3
Frauen Einzel Monika Hussmann (Deutschland) Mariá Osorio (Spanien) Petra Heidemann (Deutschland)
Männer Einzel Dorin Gabudean (Rumänien) Sören Christensen (Dänemark) Heiko Seebacher (Deutschland)
Frauen Doppel Melanie Jeska / Agnes Jan (Deutschland/Österreich) Mariá Osorio / Nuria Raspall Bernaus (Spanien) Petra Heidemann / Judith Kleinebenne (Deutschland)
Männer Doppel Dorin Gabudean / Jürgen Ludwig (Rumänien/Deutschland) Christian Fleischer / Tom Schumann (Deutschland) Thomas Bräumer / Klaus Glas (Deutschland)
Mixed Thorsten Flues / Silke Kind (Deutschland) Jaroslaw Grzywacz / Ewa Kerntopf (Polen) Andre Riedel / Petra Heidemann (Deutschland)

Bei den Endspielen und der Siegerehrung war auch Wolfgang Dörner zu Gast, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tischtennis-Bunds. Er zeigte sich begeistert: Hier werde toller Sport geboten, und besonders beeindruckt habe ihn, was PingPongParkinson gemeinsam mit dem Tischtennis-Verband Niedersachsen auf die Beine gestellt habe – „da steckt viel Herzblut drin“.

Was nicht jeder gut fand: Das familiäre Flair hat gelitten

Zu einem ehrlichen Rückblick gehört auch das, was nicht für alle ein Gewinn war. Nicht wenige Teilnehmende, vor allem solche, die schon bei früheren Weltmeisterschaften dabei waren, nannten als Nachteil: Das familiäre Flair der früheren Turniere hat gelitten. Aus einem Treffen, bei dem man sich kannte, ist eine professionell gemanagte Großveranstaltung geworden.

Kritische Stimmen

Das ist weniger ein Vorwurf an die Organisation, die unter anderem vom Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Tischtennis-Bunds ausdrücklich gelobt wurde, als die Kehrseite des Erfolgs: Je größer eine Veranstaltung wird, desto weniger bleibt sie ein Familientreffen.

Mögliche Gründe für diesen Eindruck lassen sich aus den Zahlen ablesen:

  • Die schiere Größe. Wo 2019 noch 61 Aktive zusammenkamen und 2025 immerhin 324, waren es in Hannover rund 800. Bei 61 Menschen kennt man nach zwei Tagen jeden Namen, bei 800 nicht.
  • Die Verteilung auf drei Hallen. Die Vorrunden liefen in der Swiss Life Hall, der Sporthalle des Landessportbunds und in der Hockeyhalle. Wer im Foyer zufällig ins Gespräch kam, traf sich in einem Großturnier mit mehreren Spielstätten seltener von allein wieder.
  • Mehr Regeln und mehr Technik. Online-Registrierung mit Obergrenze, Akkreditierung, Startnummern, Einteilung in drei Spielklassen, Zeitpläne, Livestream mit drei Kameras: All das macht eine Veranstaltung dieser Größe erst möglich. Es fühlt sich aber anders an als ein Turnier, das von Hand organisiert wird.
  • Eine große Bühne. Eine Eröffnungsfeier mit rund 1.000 Gästen, Politik und einem bekannten Fernsehmoderator ist ein starkes Signal nach außen. Für manchen Stammgast fühlt sie sich weniger nach „unserem“ Turnier an.
  • Viele Neue. Mehr als die Hälfte der Aktiven war zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft. Das ist ein großer Erfolg, bedeutet aber auch, dass sich die Gruppen neu sortieren mussten.

Dem steht gegenüber, was die Größe möglich gemacht hat. Ein Spieler aus Chile konnte erst jetzt dabei sein. Eine Volunteerin fand für ihre Rentenzeit eine sinnvolle Aufgabe. Eine Teilnehmerin, die erst vor zwei Jahren zum ersten Mal einen Schläger in der Hand hatte, spielte ihre erste Weltmeisterschaft und kam in allen Konkurrenzen aus der Vorrunde heraus. Das Wachstum ist kein Betriebsunfall, sondern das Ergebnis eines Erfolgs. Es ist auch ein Dilemma: Nähe und Größe lassen sich nur schwer gleichzeitig haben.

Die Familie hat sich verlagert

Interessant ist, dass der Begriff „Familie“ in Hannover trotzdem oft fiel. Judith Kleinebenne vom SV Etteln sagte über das Tischtennis: „Es ist alles wie eine große Familie.“ Sie lernte Karo Farys bei einem Parkinson-Turnier in Ostwestfalen kennen, seither sind die beiden befreundet und trafen sich in Hannover wieder. Karo Farys ist mit ihrem Vater Herbert Steinbrink gekommen, der mitspielt. Die SG Sendenhorst und der SVD Drensteinfurt reisten mit acht und sechs Aktiven an, inklusive Betreuern waren sie 25 und hängten an der Tribüne ein selbstgemachtes Plakat auf.

Man kann das so lesen: Das Familiäre ist nicht verschwunden, sondern in die Gruppen gewandert – in die Vereine, die Freundeskreise, die Stützpunkte vor Ort, die miteinander anreisen. Bei einer Großveranstaltung entsteht Familie weniger zufällig als früher und häufiger dort, wo Menschen schon vorher verbunden sind.

Anregungen aus der Redaktion

Das sind keine Beschlüsse des Veranstalters, sondern Gedanken für die Zeit nach Hannover: Feste Treffpunkte für Erstteilnehmende und Stammgäste, kleine regionale Runden an einem gemeinsamen Abend, Patenschaften zwischen erfahrenen und neuen Aktiven oder ein Ort, an dem man sich auch ohne Spielplan trifft. Welche davon wirklich helfen, wissen am besten die Teilnehmenden selbst.

Tischtennis und Parkinson: Was Erfahrungsberichte sagen – und was nicht

In den Gesprächen in Hannover ging es immer wieder um die Frage, was der Sport bewirkt. Karo Farys berichtet über ihren Vater, mit Tischtennis sei vieles besser geworden: Er sei mobiler, seine Hand ruhiger, und der Verlauf der Krankheit sei milder geworden. Liu Shengping sagt, das Tischtennis habe es für ihn besser gemacht. Der Maler Tönnies Meyerhoff-Rösener erzählt von den Wirkungen der Kunst beim Freezing. Und Lars Petersen, ein Betreuer der Schweizer Mannschaft, beschreibt das Coaching von Menschen mit Parkinson als „herzlicher und dankbarer“, auch weil Medikamenteneinnahme und -wirkung mitgedacht werden müssen.

Zur Einordnung

Das sind persönliche Erfahrungen, und sie sind ernst zu nehmen. Sie sind aber keine Belege dafür, dass Tischtennis den Verlauf der Parkinson-Krankheit verändert. Dass regelmäßige Bewegung und Training heute fest zu einer guten Behandlung gehören, ist in der Fachwelt unstrittig. Ob Tischtennis darüber hinaus etwas Besonderes bewirkt, lässt sich aus Einzelberichten nicht ableiten. Bevor Sie mit einer neuen Sportart beginnen, sprechen Sie bitte mit Ihrer Neurologin oder Ihrem Neurologen.

Unbestritten ist, was Veranstaltungen wie diese außerdem leisten: Sie zeigen, dass die Diagnose nicht das Ende von Aktivität und Gemeinschaft bedeutet. Wie Judith Kleinebenne: Mit 40 Jahren erhielt sie die Diagnose, nachdem Ärzte Parkinson zunächst ausgeschlossen hatten, weil sie weiblich und zu jung sei. Heute lebt sie mit einem Hirnschrittmacher, spielt dreimal pro Woche Tischtennis, hat einen Stützpunkt in Etteln aufgebaut und wurde in Hannover Weltmeisterin.

Ausblick: Magglingen 2027

Die nächste PingPongParkinson-Weltmeisterschaft findet vom 12. bis 17. Oktober 2027 in Magglingen in der Schweiz statt. Die Eidgenossen haben Hannover bereits als Lehrstück genutzt und reisten mit 25 Aktiven an. „So konnten wir uns das schon mal angucken und davon lernen, wie das alles abläuft“, sagt Lars Petersen, einer der drei Betreuer des Schweizer Nationalteams. Er selbst wurde in der Akademie des Sports in Hannover als Jugendlicher ausgebildet und hat dort früher gespielt. Die Rückkehr genoss er sichtlich.

Ob Magglingen zeigt, wie sich Größe und Nähe verbinden lassen, bleibt abzuwarten. Die Schweiz startet mit einem Vorteil: Sie kann aus Hannover lernen – aus dem, was gut gelungen ist, und aus dem, was gefehlt hat.

Rückblick auf die WM 2026 – die Seite zum Nachschauen

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Fragen für Ihren Verein oder Ihre Gruppe

  1. Was war Ihnen bei der Weltmeisterschaft – als Aktive, Betreuende, Angehörige oder Zuschauende – am wichtigsten? War es der Sport, die Begegnung oder das Gefühl, nicht allein zu sein?
  2. Wo haben Sie das „Familiäre“ erlebt, und wo haben Sie es vermisst?
  3. Welche Rolle spielen Vereine und Stützpunkte vor Ort dafür, dass Neue dazustoßen und sich willkommen fühlen?
  4. Gibt es bei Ihnen in der Nähe ein Angebot für Tischtennis oder andere Bewegungsformen für Menschen mit Parkinson? Wenn nicht: Wer könnte eines aufbauen?
  5. Was würden Sie sich für die nächste Weltmeisterschaft in Magglingen wünschen?

Fazit

Hannover hat gezeigt, wie weit die PingPongParkinson-Bewegung gekommen ist: von 61 Aktiven im Jahr 2019 zu rund 800 im Jahr 2026, mit 15 Weltmeistertiteln, mehr als 200 Helferinnen und Helfern und einer Bühne, die auch Politik und Sportverbände erreicht. Das ist ein Erfolg, den die Veranstalter sich verdient haben.

Zugleich meinen nicht wenige Teilnehmende ihre Rückmeldung ernst: Das familiäre Flair hat gelitten. Beides stimmt gleichzeitig. Die spannende Frage für die kommenden Weltmeisterschaften lautet nicht, ob man groß oder familiär sein will, sondern wie man die Nähe in die Größe hineinbringt. Die Antwort darauf steckt vermutlich in den kleinen Gruppen, die in Hannover so selbstverständlich zusammengehalten haben.

Quellen

  1. PingPongParkinson Deutschland e. V.: Pressemitteilung „Herzliche Umarmungen zum Abschluss“ (Hannover, 28. September 2026; eingestellt am 30.09.2026), PDF
  2. PingPongParkinson Deutschland e. V.: Pressemitteilung „Einmarsch, Emotionen, erster Aufschlag“ (Eröffnungsfeier, 25. September 2026), PDF
  3. PingPongParkinson Deutschland e. V.: Pressemitteilung „Countdown in Hannover“ (22. September 2026), PDF
  4. PingPongParkinson Deutschland e. V.: Pressemitteilung „Zahlen, Daten, Fakten“ (8. September 2026), PDF
  5. PingPongParkinson Deutschland e. V.: Pressemitteilung „Von Hannover nach Chile“ / „Chinas Tischtennis-Botschafter“ (27. September 2026), PDF
  6. PingPongParkinson Deutschland e. V.: Pressemitteilung „Wie eine große Familie“ (29. September 2026), PDF
  7. PingPongParkinson Deutschland e. V.: Pressemitteilung „Vielfältige Aufgaben für die Volunteers“ (29. September 2026), PDF
  8. PingPongParkinson Deutschland e. V.: Pressemitteilung „Kunst trifft Tischtennis in Hannover“ (30. September 2026), PDF
  9. PingPongParkinson Deutschland e. V.: Pressemitteilung „Umstellen, angreifen, weiterkämpfen“ (26. September 2026), PDF
  10. Alle Pressemitteilungen, Fotos, Videos und Porträts: Rückblick auf die WM 2026; offizielle Veranstaltungsseite: pppwc.net