Die folgende Übung klingt vermeintlich einfach, und hat dennoch sehr gute Effekte auf den gesamten Bewegungsapparat.

Legen Sie sich auf dem Boden auf den Bauch und stehen Sie wieder auf.

Das ist die beste Sturzprophylaxe, die Sie machen können. Wenn Ihr Körper lernt, sich gegen die Schwerkraft kontrolliert hinzulegen und wieder aufzustehen, trainieren Sie den ganzen Körper und vor allem Ihr Gleichgewichtssystem. Automatisch muss der Körper sie stabilisieren und gegen die Erdanziehung wieder aufrichten. Das kann anfangs anstrengend und unsicher sein. Testen Sie es daher am besten, wenn eine andere Person zur Seite stehen kann. Idealerweise können Sie das auch neben dem Sofa machen, so dass Sie sich anfangs am Sofa festhalten können. Ein Stuhl, der gegen die Wand gelehnt ist, geht auch, er darf nur nicht kippelig mitten im Raum stehen.

Um ein optimales Bewegungsprogramm abrufen zu können, analysiert das Gehirn zu jeder Zeit innerhalb von Millisekunden eingehende Informationen (Input). Besonders die Informationen der Augen und des Gleichgewichtsorgans, sowie der Rezeptoren des aktiven Bewegungsapparates, also Muskeln, Sehen, Bänder und Gelenke, sind von unerlässlicher Bedeutung.

Die Augen senden die meisten Informationen an das Gehirn und haben somit die höchste Priorität. Sie arbeiten eng verbunden mit dem Gleichgewichtssystem im Innenohr zusammen. Gemeinsam haben sie einen großen Einfluss auf die Körperhaltung und können muskuläre Dysbalancen ausgleichen.

Um diese Bereiche zu trainieren, empfehle ich für Einsteiger die folgende Übung:

Ja-Sager

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Stellen Sie sich aufrecht hin und fixieren Sie einen Punkt. Schauen Sie auf diesen Punkt und rotieren Sie den Kopf nach rechts und links, in einer Geschwindigkeit, die für Sie angenehm ist und mit der Sie sich wohl fühlen. Achten Sie darauf, dass der fixierte Punkt immer scharf bleibt, und rotieren Sie nur so weit, dass Sie den Punkt noch deutlich sehen.

Führen Sie die Bewegung anschließend mit der Beugung und Streckung aus. Zu Steigerung wird die Übung in Schrittpositionen und alltagsrelevanten Positionen ausgeführt.

Strecken Sie Ihren rechten Arm aus, schauen Sie auf Ihren rechten Daumen. Atmen Sie tief ein. Mit der Ausatmung beugen Sie in gleicher Geschwindigkeit Ihren Arm, Kopf und Augen nach unten. Die Augen bleiben auf dem Daumen. Führen Sie ein paar Wiederholungen in dieser Beugebewegung durch, in einer Geschwindigkeit, die für Sie angenehm ist und mit der Sie sich wohl fühlen. Wiederholen das Ganze anschließend mit der Streckung der Halswirbelsäule.

Augen kreisen

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Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Beginnen Sie mit beiden Augen nach oben zu schauen und machen dann eine langsame und gleichmäßige Kreisbewegung von oben nach rechts, unten, links und wieder nach oben. Führen Sie die Kreisbewegung in die andere Richtung durch.

 

Denken Sie daran: Augen werden durch Augenmuskeln und Hirnnerven mit Reizen versorgt und sind damit trainierbar wie jeder andere Muskel, der willkürlich, also bewusst, angesteuert werden kann.

Auch wenn es ungewöhnlich klingt: Studien weisen darauf hin, dass das Tragen von blauen Brillengläsern die Begleiterscheinungen wie Ruhetremor und Bewegungskontrolle verbessern kann. Zum Teil werden auch Verbesserungen in der Sicht und Stresswahrnehmung beschrieben.

Man kann entweder Farbbrillen hierfür nutzen oder man testet, ob beispielsweise das Einstellen eines Farbfilters auf dem Handy, Tablet oder PC bereits eine Erleichterung darstellt. Betroffene können dann teilweise besser und schneller Lesen, es fällt ihnen einfacher sich zu konzentrieren oder die Tageszeitung zu lesen.

So können Sie das beispielsweise testen:

  • Öffnen Sie die Einstellungen des Geräts und tippen auf „Bedienungshilfen“.
  • Klicken Sie auf „Anzeige & Textgröße“.
  • Wählen Sie „Farbfilter“ aus.
  • Nun können Sie die Option „Farbfilter“ aktivieren und über den Regler einen Farbton blau auswählen.

Testen Sie einfach, ob das für Sie eine Verbesserung darstellt. Manche Klienten berichten auch davon, dass eine leichte lila Färbung angenehmer ist.

Hintergrund sind unterschiedliche Rezeptoren, die auf der Netzhaut des Auges auf den jeweiligen Farbton reagieren. Das aktiviert dann gezielte Bereiche im Gehirn.

Das ist zum Beispiel auch der Grund, warum viele Leistungssportler mit individuellen Farbbrillen ihre Sportart betreiben oder Jäger und Schützen mit gelblichen Farbbrillen ihre Sichtfähigkeit verbessern.

  • Atmen Sie immer durch die Nase ein und durch die Nase wieder aus. 
  • Achten Sie auf eine aufrechte Wirbelsäule. 
  • Probieren Sie bei den Übungen und beim Spazieren das Widerstandsband umzubinden. Es wird sie automatisch stabilisieren und aufrichten. Das sollte aber nur ein Trainingseffekt sein und max. 30 Min am Stück andauern. 
  • Strecken Sie beim Laufen die Finger und Hände, das aktiviert den Bereich im Gehirn, der für die Streckung und damit die Aufrichtung zuständig ist. Ihr Gangmuster verbessert sich dadurch. 
  • Stehen Sie möglichst häufig auf und klatschen Sie, bevor Sie aufstehen mit beiden Händen auf die Oberschenkel. Das aktiviert die Bein- und Rumpfmuskeln und das akustische Signal setzt den Körper in Aktionsbereitschaft. 
  • Bewegen Sie sich zu Musik. Ob Sie tanzen, marschieren oder spazieren gehen, Musik kann es einfacher machen, Bewegungen aufeinander abzustimmen. Das passiert automatisch.

Videos

Wie lauft das neurozentrierte Training bei Parkinson ab?

 

Die Grundlage ist eine Neuro-Analyse, also ein ausführlicher Test fokussiert auf Gangbild und Körperhaltung, Atmung, Gleichgewichtssystem und Augen. Der menschliche Körper wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, um ein holistisches Training zu gewährleisten. Die Gesamtheit der im Gehirn zu verarbeitenden Informationen wird dabei unter die Lupe genommen:

 

Das strukturierte drei Level Model baut aufeinander auf und gewährleistet damit einen nachhaltigen Trainingserfolg. Eine ausführliche Erfassung deiner körperlichen Verfassung bildet die Grundlage der weiteren Handlungsempfehlungen.

 

Darauf aufbauend findet die Neuro-Rehabilitation statt:

Durch die Kombination klassischer und moderner Trainingskonzepte mit neuronalem Bewegungsansätzen wird ein innovativer Trainingsreiz geschaffen. Dies führt zur

  1. Verbesserung der Bewegungsabläufe
  2. Reduzierung der Schmerzen
  3. Steigerung der Lebensqualität

Dieser holistische Ansatz erlaubt einen nachhaltigen Erfolg.

 

Die letzte Stufe ist dann der Ausbau der körperlichen Leistungsfähigkeit und alltägliche Performance-Steigerung durch Neuro-Performance. Die Zielsetzung ist hier in 5 Schritten die Effektivität und Effizienz zu steigern:

 

Dies ist je nach Gesundheits- und Leistungsstand ganz unterschiedlich und muss entsprechend dieser Ausgangsbedingungen angepasst werden

Conclusio

Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, die nicht geheilt werden kann. Sie können aber durch unterschiedliche Interventionen gezielte Reize setzen, um bestimmte Hirnareale zu trainieren. Das Training setzt Effekte, um immer wieder neue Impulse an das Nervensystem zu senden. Es sollte immer darum gehen, Sie als Betroffene zu befähigen, die Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen.

Es gibt viele Möglichkeiten, das Training individuell anzupassen und an die entsprechenden gesundheitlichen Rahmenbedingungen anzugleichen.

Das wichtigste ist, in Bewegung zu bleiben. Mit den Augen, dem Gleichgewicht und der körperlichen Bewegung. Je unterschiedlicher und vielseitiger dies geschieht, umso mehr wird ihr Gehirn gefordert!

Beginnen Sie immer in einem Umfang und Intensität, die sich für Sie sicher und angenehm anfühlt und fordern Sie sich dann Stück für Stück, Schritt für Schritt weiter heraus

Kontaktdaten:

Luise Walther –Neurozentriertes Personal Training I  www.neurozentriertestraining.dewww.luitrainingneudenken.de I www.luisewalther.de I calendly.com/luisewalther I Lui im Appstore I Lui im Playstore  I 0174 2113509 I ma**@**********er.de I @LuiseWalther.PT I

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