• Titelbild Parkinson Journal

Stammzellentherapie

Stammzellen

Stammzellentherapie – wo stehen wir und was ist zu erwarten.

In letzter Zeit rückt die Stammzellentherapie als mögliche Behandlungsmethode für an Parkinson erkrankte Menschen immer mehr in den Fokus.
Aber wo stehen wir heute genau? Die schlechte Nachricht vorweg: Vom klinischen Einsatz sind wir noch weit entfernt. Andererseits zeigen erste Tests mit an Parkinson erkrankten Affen nach der Transplantation von aus Stammzellen gewonnenen Neuronen eine signifikante Verbesserung der Symptome.

Was steckt hinter der Stammzellentherapie? Die aktuelle Standardtherapie mit Levodopa macht im Prinzip nichts anderes, als den durch die untergegangenen Zellen entstandenen Dopaminmangel auszugleichen. Die Ursache – der Zelluntergang – wird damit nicht behoben und mit fortschreitendem Verlauf muss die Dosis erhöht werden. Damit treten leider auch vermehrt unerwünschte Nebenwirkungen auf.

Ein Ziel könnte also sein, das abgestorbene Hirngewebe zu ersetzen und genau das ist der Ansatz bei der Stammzellentherapie. Stammzellen sind embryonale Zellen, die in der Lage sind, sich in jeden gewünschten Zelltyp zu verwandeln und damit je nach Einsatzort ganz spezifische Aufgaben zu übernehmen. Das Problem dabei ist allerdings, dass aus ethischen Gründen der Einsatz von embryonalen Stammzellen mehr als umstritten ist.

Zum Glück ist man mittlerweile in der Lage, bereits entwickelte Zellen wieder in ihren embryonalen Zustand zurückzuführen und kann damit das ethische Problem umgehen. Solche Zellen nennt man induzierte pluripotente Stammzellen.

Wenn es also gelänge, solche ipS-Zellen in dopaminerge Nervenzellen umzuwandeln und diese auch noch im Hirn an der richtigen Stelle zu platzieren, dann könnte man erwarten, dass diese das Defizit an untergegangenem Hirngewebe wieder ausgleichen.

Genau das hat man an elf Primaten, genauer gesagt Makaken, mit Erfolg getestet. Die Zellen übernahmen die geplante Funktion und überlebten langfristig und zwar ohne schwerwiegende Nebenwirkungen zu evozieren. Ein Primat überlebte den Test nicht, alle anderen zeigten Verbesserungen in ihrer motorischen Symptomatik, am ehesten vergleichbar mit den Wirkungen einer gut eingestellten Levodopa-Therapie.

U.a. sind noch folgende Fragen offen:

  • Wieviel Zellen haben tatsächlich die Prozedur überlebt?
  • Wieso entwickelte sich die Verbesserung der Symptome unterschiedlich?
  • Welchen Einfluss hat die Auswahl der Spenderzellen?
  • Sind die Ergebnisse allgemeingültig?
  • Kann man eine Abstoßung der implantierten Zellen auch ohne Immunsupressiva verhindern?

Es liegt also noch ein gutes Stück des Weges bis zum therapeutischen Einsatz beim Menschen vor uns, aber der Anfang ist gemacht und die Resultate geben Anlass zur Hoffnung.

 

Fakten Parkinson Journal

weitere Artikel zum gleichen Themenkreis

Wenn Du über neue Beiträge informiert werden möchtest, sende mir doch einfach Deine Email-Adresse

[email-subscribers-form id=“2″]

Gefällt Dir das Parkinson Journal?

Deine Bewertung
[Total: 1 Average: 5]

Teile das Parkinson Journal mit Deinen Freunden

PHP Code Snippets Powered By : XYZScripts.com