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On-Off Phasen

Parkinson On-Off Phasen

Mein heutiges Thema sind motorische Fluktuationen, sogenannte On/Off-Phasen.

Das sind Zeiten, in denen die Medikamente nicht gut wirken und Symptome wie Zittern oder Steifheit wiederkehren. Sie können in einer Vielzahl von Formen auftreten, meist motorischer Natur, seltener aber nicht auszuschließen auch als nichtmotorisches Symptom. Am häufigsten ist ein allmähliches Abklingen zu beobachten. Das ist z.B. dann der Fall, wenn Medikamente wie Levodopa allmählich aufhören zu wirken, bevor die nächste Medikamentendosis fällig ist und die Symptome wiederkehren.

Eine andere häufige Form wäre, wenn eine Medikamentendosis nicht ganz so schnell zu wirken scheint wie üblich, oder wenn sie überhaupt nicht wirkt.

Wenn Sie motorische Schwankungen haben, stehen Ihnen mehrere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Es ist dabei wirklich wichtig, dass Sie jede Änderung der Medikation im Voraus mit Ihrem Arzt besprechen, von Selbstversuchen rate ich dringend ab.

Treten Wirkungsschwankungen gehäuft auf, kann die strikte Trennung der Einnahmezeiten von Levodopa und von Mahlzeiten hilfreich sein. Der Hintergrund ist, dass Eiweiß mit Levodopa bei der Verarbeitung im Verdauungstrakt konkurriert. Die übliche Empfehlung dabei ist die Mahlzeiten – übrigens auch ungeachtet ihres Proteingehaltes – mindestens 30 Minuten nach oder 60 Minuten vor der Medikamenteneinnahme zu sich zu nehmen. Wenn das nicht ausreicht, kann eine Anpassung der Medikation erforderlich sein. Auch hier ist es sehr wichtig, dass Sie alle Anpassungen der Medikation im Voraus mit Ihrem Arzt besprechen. Der wird dann entscheiden, ob die Levodopa-Dosis erhöht wird oder bei gleichbleibender Dosis ein zweites Medikament hinzugefügt wird, um seine Wirkung zu verstärken.

Eine dritte Option könnte darin bestehen, die Levodopa-Verordnung auf ein länger wirkendes Präparat umzustellen. Derzeit stehen zahlreiche neue Levodopa-Varianten zur Verfügung – sprechen Sie ihren Arzt einfach darauf an.

Für Menschen mit sehr erheblichen motorischen Komplikationen und Fluktuationen kann die Tiefenhirnstimulation eine Option sein, dazu aber mehr in einem eigenen Beitrag. Die Festlegung des Medikationsschemas ist immer durch Versuch und Irrtum geprägt, die Standarddosierung gibt es leider nicht. Als sehr hilfreich hat sich ein motorisches Tagebuch erwiesen, in das Sie Ihre Symptome einige Wochen lang eintragen und in dem festgehalten wird, wie lange es dauert, bis Ihr Levodopa wirkt und wie lange es anhält. Und wenn Sie Nebenwirkungen haben, insbesondere Dyskinesien oder anormale, unwillkürliche, unkontrollierte Bewegungen, kann die Notiz dieser Dinge Ihnen und Ihrem Arzt helfen, gemeinsam die für Sie beste Therapie zu finden.

Ich hab mir in Excel einen Medikamenten/Symptomplan erstellt, den Sie gerne downloaden können.

Nebenbei bemerkt, geht man heute davon aus, dass sich motorische Fluktuationen aufgrund einer Kombination aus der Parkinson-Krankheit selbst und den zu ihrer Behandlung eingesetzten Medikamenten entwickeln.

Parkinson führt nämlich zu einem Verlust der Zellen, die Dopamin im Gehirn produzieren, und mit dem Fortschreiten der Krankheit gehen immer mehr dieser Zellen verloren. Das Gehirn ist also auf Medikamente zur Versorgung mit Dopamin angewiesen. Da die Dopaminspiegel im Körper und damit im Gehirn im Laufe der Zeit schwanken, hat das Gehirn zunehmend Schwierigkeiten, sich darauf einzustellen, was dann zu motorischen Schwankungen führen kann. Forscher glauben, dass ein kontinuierlicherer und konstanterer Medikamentenspiegel im Blut und damit im Gehirn dazu beitragen kann, motorische Schwankungen zu vermeiden oder zumindest abzuschwächen.

Bei mir selbst lagen die On-Off Phasen an einer zu geringen Wirkdauer, nach nur 2,5 Stunden ebbte die L-Dopa-Wirkung spürbar ab. Da ich die nächste Dosis immer im 3 Stunden Takt nehme, liegt es auf der Hand, dass ich zwangsläufig in eine Wirkungsflaute segelte. Im Moment teste ich die einmalige Einnahme von Ogentys am Abend. Ogentys wird nachgesagt, dass es die Wirkungsdauer von L-Dopa verlängert und ich kann dies zumindest bei mir bestätigen. Nebenwirkungen traten bei mir übrigens nicht auf.

Medikamentenplan Download

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