Genetisch oder nicht?

Die Diagnose steht. Parkinson oder doch etwas anderes?
Ein Gentest wird es klären. Die Entscheidung war nicht einfach, möchte man doch wissen, ob man ein genetisches Problem hat oder nicht. Und was ist dann mit dem eigenen Kind? Hat man etwas weitergegeben, was man niemandem wünscht?

So viele Zweifel waren auf einmal da.
„Warum habe ich ein Kind bekommen?“, das war der erste Gedanke, der durch mir durch den Kopf ging, als die Ärzte mir sagten, dass es ein genetisches Problem sein könnte. Was, wenn es so ist, das wollte ich doch nicht für mein Kind. Jeder von uns möchte doch nur das Beste für sein Kind, da gehören Krankheiten mit Bewegungsstörungen doch nicht hin.
Dann kamen die anderen Gedanken. Mein Parkinson ist anders, und vielleicht steckt auch noch was anderes dahinter, den Weg zur Klärung kann hoffentlich ein Gentest bringen.
Und was mein Kind anbelangt, konnte ich vorher nicht wissen, wohin mich mein gesundheitlicher Weg mal führt.

Auch war mir im Vorfeld nicht klar, dass Parkinson möglicherweise erblich ist. Und dass es noch soviel andere genetisch bedingte Krankheiten gibt, die man auch in Betracht ziehen muss.
Je länger ich über den Gentest nachdenke, um so mehr wird mir bewusst, dass er letztendlich uns allen dient.
Ich erfahre vielleicht, was mein Problem ist und habe somit die Möglichkeit, Medikamente zu erhalten, die mir auch tatsächlich helfen. Des weiteren kann man dann eventuell auch sagen, wo und wie der Weg weiter geht.
Das Wichtigste aber ist das Kind, denn eigentlich ist der Gentest auch für das Kind eine Hilfestellung für das weitere Leben.

Wenn ich daran denke, dass ich jahrelang von Arzt zu Arzt bin, nur um immer wieder die falschen Diagnosen zu bekommen…
Das ist etwas, was ich meinem Kind ersparen kann, denn die Ärzte wissen die Richtung und brauchen nicht lange zu suchen. Im Zweifelsfall kann man frühzeitig eingreifen und verliert nicht unnötig Zeit.
Denn jeder, der die Diagnose hat, weiß, dass die Probleme schon Jahre vorher da waren, sie hatten nur zu lange den falschen Namen.
Was mich anbelangt, bin ich froh, diesen Schritt gemacht zu haben und hoffe so, Antworten zu bekommen.

Und was meine Schuldgefühle gegenüber meinem Kind anbelangt, die sind weg.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Parkinson weiter gegeben wird, liegt bei 50%..
Es ist Ansichtssache, ob das Glas halb leer oder halb voll ist.
Und nun das Wichtigste. Will man auf all die Glücksmomente verzichten, nur weil etwas einen treffen könnte?

Also habe ich mich für die Aufklärung durch einen Gentest entschieden.

Dini

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